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Let'sDrink

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Wie viel Wasser braucht ein Hund unterwegs?

Die ehrliche kurze Antwort

Es gibt keine Zahl, die für jeden Hund stimmt. Wie viel dein Hund unterwegs braucht, hängt von seinem Gewicht ab, von der Temperatur, vom Tempo, vom Untergrund, vom Futter und davon, wie fit er an diesem Tag ist. Was es gibt, sind Faustregeln und Anzeichen, an denen du dich orientieren kannst. Beides steht hier, zusammen mit den Situationen, in denen eine Faustregel nicht mehr reicht und nur noch eine Tierärztin weiterhilft.

Faustregel für den Tagesbedarf

Als Faustregel gilt: Ein gesunder erwachsener Hund kommt pro Tag ungefähr auf 40 bis 60 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Das ist eine Spanne und keine Messvorschrift, und sie beschreibt einen ruhigen Tag bei gemässigten Temperaturen. Für einen Hund von 20 Kilogramm landet man damit grob bei 0,8 bis 1,2 Litern über den ganzen Tag verteilt.

Ein Teil davon steckt schon im Futter. Ein Hund, der Nassfutter bekommt, trinkt sichtbar weniger aus dem Napf als einer, der Trockenfutter frisst, ohne dass ihm deshalb etwas fehlt. Die Menge im Napf allein sagt also wenig. Interessanter ist, ob sich das gewohnte Mass bei deinem Hund plötzlich verändert.

Was unterwegs dazukommt

Bewegung und Wärme erhöhen den Bedarf, oft deutlich. Hunde kühlen sich vor allem über das Hecheln, und dabei verlieren sie laufend Feuchtigkeit. Als grobe Orientierung für einen Spaziergang oder eine Tour kannst du mit ungefähr 100 bis 200 Millilitern pro Stunde Bewegung bei einem mittelgrossen Hund rechnen, bei Hitze, steilem Gelände oder einem sehr aktiven Hund entsprechend mehr. Auch das ist eine Faustregel zum Planen der Menge, die du mitnimmst, und keine Vorgabe, wie viel dein Hund trinken muss.

Für eine ganze Tagestour rechnest du besser grosszügig. Wie du das praktisch löst, ohne den Rucksack mit Ausrüstung zu füllen, steht auf der Seite Wandern mit Hund: Wasser mitnehmen ohne Napf im Rucksack.

Woran du Durst erkennst

  • Das Hecheln wird schneller und flacher, die Zunge hängt weiter heraus als sonst
  • Dein Hund wird langsamer, bleibt öfter stehen, bleibt hinter dir zurück
  • Er steuert jede Pfütze, jeden Bach und jeden Brunnen an
  • Die Maulschleimhaut fühlt sich klebrig statt feucht an
  • Er sucht Schatten und legt sich hin, obwohl die Runde sonst weitergeht

Ein einzelnes Zeichen sagt wenig. Hecheln allein heisst nicht automatisch Durst, das ist erst einmal Kühlung. Aussagekräftig wird es, wenn mehrere Dinge zusammenkommen oder wenn dein Hund sich anders verhält, als du es von ihm kennst.

Wie oft anhalten

Als Faustregel: bei warmem Wetter etwa alle 20 bis 30 Minuten Wasser anbieten, bei kühlem Wetter entsprechend seltener. Anbieten heisst anbieten. Viele Hunde trinken unterwegs nicht auf Kommando, und das ist meist kein Grund zur Sorge, solange sie danach wieder aufnehmen.

Besser häufig kleine Mengen als selten sehr viel auf einmal. Nach einer anstrengenden Etappe ist eine kurze ruhige Pause nach dem Trinken sinnvoll, statt sofort weiterzurennen. Bei grossen Hunden mit tiefem Brustkorb gibt es rund um Trinken, Fressen und Belastung besondere Punkte zu beachten. Was für deinen Hund gilt, besprichst du am besten einmal in Ruhe mit deiner Tierärztin.

Hitze ist der Punkt, an dem es ernst wird

Wassermangel und Überhitzung hängen zusammen, und Überhitzung geht schnell. Warnzeichen, bei denen du die Tour sofort abbrichst:

  • Sehr starkes Hecheln, das auch im Schatten nicht ruhiger wird
  • Taumeln, Schwanken, unsicherer Gang
  • Auffällig dunkelrote oder auffällig blasse Schleimhäute
  • Erbrechen, Durchfall, Teilnahmslosigkeit, Verwirrung

Dann gilt: Schatten suchen, Wasser anbieten, den Hund mit lauwarmem, nicht eiskaltem Wasser an Pfoten und Beinen kühlen und umgehend tierärztliche Hilfe holen. Ein Hitzschlag ist ein Notfall und nichts, was man zu Hause abwartet. Vorbeugen ist einfacher: an heissen Tagen früh morgens oder spät abends gehen, schattige Wege wählen, das Tempo herausnehmen. Und den Asphalt mit dem Handrücken prüfen. Was für dich zu heiss ist, ist es für die Pfoten auch.

Welpen, alte und kranke Hunde

Welpen haben kleinere Reserven und verlieren schneller Flüssigkeit, gleichzeitig vergessen sie das Trinken über der Aufregung. Kürzere Runden, mehr Pausen, öfter anbieten.

Ältere Hunde melden Durst manchmal weniger deutlich und bewegen sich langsamer, obwohl sie genauso schwitzen, also hecheln. Bei ihnen lohnt es sich, das Wasser aktiv anzubieten, statt zu warten, bis sie es einfordern.

Bei Hunden mit bekannten Erkrankungen, besonders an Nieren oder Herz, und bei trächtigen oder säugenden Hündinnen ist der Bedarf ein anderer, und zwar in beide Richtungen. Hier gehören die Zahlen aus diesem Text nicht hin. Frag im Zweifel deine Tierärztin, sie kennt den Fall.

Bach, See und Pfütze

Viele Hunde bedienen sich selbst. Fliessendes, klares Wasser aus einem Bach ist meistens unproblematisch, stehendes Wasser ist es weniger: Pfützen am Wegrand, Tümpel und warme, algige Uferzonen können Keime oder Blaualgen enthalten. Blaugrüne Schlieren oder ein Warnschild am Ufer sind ein klares Nein. Wer eigenes Wasser dabeihat, muss diese Entscheidung unterwegs gar nicht erst treffen.

Wenn sich das Trinkverhalten verändert

Auffällig ist nicht die absolute Menge, sondern die Abweichung. Ein Hund, der plötzlich über Tage deutlich mehr trinkt als sonst, oder einer, der über längere Zeit auffällig wenig aufnimmt, gehört tierärztlich angeschaut. Beides kann harmlose Gründe haben und beides kann ein früher Hinweis sein. Das ist nichts, was du anhand einer Faustregel im Internet klären solltest.

Kurz zusammengefasst

  • Faustregel Tagesbedarf: rund 40 bis 60 ml pro Kilogramm, Futter zählt mit
  • Unterwegs grob 100 bis 200 ml pro Stunde Bewegung einplanen, bei Hitze mehr
  • Lieber oft wenig anbieten als selten viel
  • Welpen, alte und kranke Tiere brauchen eine eigene Einschätzung
  • Bei Hitzezeichen abbrechen und tierärztliche Hilfe holen

Katzen funktionieren beim Trinken übrigens anders als Hunde. Wenn du auch eine Katze hast, findest du das auf der Seite Trinkt meine Katze unterwegs?

Praktisch braucht es dafür nur ein Gefäss, aus dem dein Hund unterwegs trinken kann. Wir verkaufen dafür eine Trinkflasche mit Napf mit 550 ml, mit der du Wasser und Napf in einem Teil dabeihast. Was wir zu ihr sagen können und was nicht, steht offen auf der Seite Häufige Fragen.