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Let'sDrink

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Wandern mit Hund: Wasser mitnehmen ohne Napf im Rucksack

Das eigentliche Problem

Wasser mitnehmen ist einfach. Wasser anbieten ist das, woran es unterwegs scheitert. Eine Flasche allein nützt deinem Hund nichts: er kann nicht daraus trinken. Also braucht es zusätzlich ein Gefäss, und genau dieses Gefäss ist das Teil, das im Rucksack nass wird, sich verhakt, herausfällt oder zu Hause liegen bleibt.

Diese Seite geht die Möglichkeiten der Reihe nach durch, mit ihren Nachteilen. Es gibt keine Lösung ohne Nachteil, und wir tun auch nicht so.

Wie viel Wasser du für eine Tour einpackst

Als grobe Planungsgrösse kannst du für einen mittelgrossen Hund mit ungefähr 100 bis 200 Millilitern pro Stunde Bewegung rechnen, bei Hitze oder steilem Gelände mehr. Für eine Halbtagestour sind das schnell ein paar Deziliter bis über ein Liter, nur für den Hund.

Das ist eine Zahl zum Packen, keine Vorgabe, wie viel dein Hund trinken muss. Woher die Spanne kommt und woran du Durst erkennst, steht ausführlich auf der Seite Wie viel Wasser braucht ein Hund unterwegs?

Ein Liter Wasser wiegt ein Kilogramm. Das ist der Grund, warum die Frage überhaupt eine ist: Wasser ist das schwerste, was du für deinen Hund trägst, und zugleich das einzige, was du unterwegs nicht improvisieren kannst.

Die Möglichkeiten, mit ihren Nachteilen

Flasche und Faltnapf getrennt

Die verbreitetste Lösung: eine normale Trinkflasche plus ein zusammenfaltbarer Silikonnapf am Karabiner. Günstig, leicht, und du kannst die Menge beliebig wählen.

Der Nachteil ist die Bedienung. Du brauchst beide Hände: eine für die Flasche, eine für den Napf, und keine mehr für die Leine. An einem Hang, mit Stöcken in der Hand oder mit einem Hund, der zieht, wird das zur Turnübung. Dazu kommt: der Napf ist nach dem Trinken nass und muss irgendwohin. Aussen an den Rucksack gehängt sammelt er Staub, innen macht er alles feucht.

Aus der hohlen Hand

Geht, kostet nichts und funktioniert erstaunlich oft. Aber du verschüttest den grössten Teil, und bei einem grossen, durstigen Hund giesst du fünfmal nach, bis er satt ist. Für den Notfall gut, als Plan für eine Tagestour nicht.

Bäche, Brunnen, Seeufer

Die leichteste Lösung ist die, die du nicht trägst. Wer eine Route entlang eines Bachs oder über Alpweiden mit Brunnen plant, spart Gewicht.

Verlassen würden wir uns nicht darauf. Bäche führen im Hochsommer weniger oder gar kein Wasser, Brunnen sind gefasst und abgestellt, und stehendes Wasser ist nicht immer harmlos: warme, algige Uferzonen und Tümpel können Keime oder Blaualgen enthalten. Blaugrüne Schlieren im Wasser oder ein Warnschild am Ufer sind ein klares Nein. Fliessendes, klares Wasser ist meist unproblematisch.

Sinnvoll ist die Kombination: die Route so wählen, dass Wasser vorkommt, und trotzdem eine eigene Reserve dabeihaben.

Flasche mit angebautem Napf

Der Napf ist Teil der Flasche, also gibt es kein zweites Teil, das nass wird oder liegen bleibt. Du bedienst sie mit einer Hand und behältst die andere für die Leine.

Der Nachteil: das Fassungsvermögen ist fest. Was hineinpasst, passt hinein — für eine lange Tour bei Hitze musst du entweder nachfüllen können oder zusätzlich Wasser tragen. Und ein Teil des Volumens steckt in Napf und Verschluss, geht also für Wasser verloren.

Wie du planst, statt zu tragen

  • Die Route vorher auf Wasser ansehen: Bäche, Brunnen, Berggasthäuser, Alphütten
  • An heissen Tagen früh los. Die Frage nach dem Wasser stellt sich zwischen elf und vier Uhr am schärfsten
  • Schattige Wege bevorzugen — Wald statt offener Südhang
  • Beim ersten Wasser auf der Strecke anbieten, auch wenn dein Hund noch nicht danach fragt. Voll losgehen ist leichter als leer heimkommen
  • Den Asphalt am Anfang und am Ende der Tour mit dem Handrücken prüfen. Was für dich zu heiss ist, ist es für die Pfoten auch

Wie oft anhalten

Als Faustregel: bei warmem Wetter etwa alle 20 bis 30 Minuten anbieten, bei kühlem Wetter seltener. Anbieten heisst anbieten — viele Hunde trinken unterwegs nicht auf Kommando, und das ist meist kein Grund zur Sorge, solange sie später wieder aufnehmen.

Lieber häufig kleine Mengen als selten sehr viel auf einmal. Nach einer anstrengenden Etappe ist eine kurze ruhige Pause nach dem Trinken sinnvoll, statt sofort weiterzurennen. Bei grossen Hunden mit tiefem Brustkorb gibt es rund um Trinken, Fressen und Belastung besondere Punkte zu beachten; was für deinen Hund gilt, besprichst du am besten einmal in Ruhe mit deiner Tierärztin.

Wann du die Tour abbrichst

Wassermangel und Überhitzung hängen zusammen, und Überhitzung geht schnell. Warnzeichen:

  • Sehr starkes Hecheln, das auch im Schatten nicht ruhiger wird
  • Taumeln, Schwanken, unsicherer Gang
  • Auffällig dunkelrote oder auffällig blasse Schleimhäute
  • Erbrechen, Durchfall, Teilnahmslosigkeit, Verwirrung

Dann gilt: Schatten suchen, Wasser anbieten, mit lauwarmem, nicht eiskaltem Wasser an Pfoten und Beinen kühlen und umgehend tierärztliche Hilfe holen. Ein Hitzschlag ist ein Notfall und nichts, was man unterwegs abwartet.

Was in den Rucksack gehört, ausser Wasser

  • Eine Ersatzleine oder ein Stück Schnur
  • Pfotenschutz oder ein selbsthaftender Verband für Schnittwunden an den Ballen
  • Zeckenzange
  • Kotbeutel, mehr als du glaubst zu brauchen
  • Die Nummer einer Tierärztin in der Region, nicht nur der eigenen zu Hause

Kurz zusammengefasst

  • Nicht die Flasche ist das Problem, sondern das zweite Teil, aus dem dein Hund trinkt
  • Grob 100 bis 200 ml pro Stunde Bewegung einplanen, bei Hitze mehr
  • Wasser auf der Route einplanen, aber sich nicht darauf verlassen
  • Oft wenig anbieten statt selten viel
  • Bei Hitzezeichen abbrechen und tierärztliche Hilfe holen

Wir verkaufen für den letzten Punkt eine Trinkflasche mit fest angebautem Napf, 550 ml, in sechs Farben. Was wir zu ihr sagen können und was nicht, steht offen auf der Seite Häufige Fragen. Wenn du auch eine Katze hast: Katzen funktionieren beim Trinken anders, das steht auf der Seite Trinkt meine Katze unterwegs?